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Netzwerktreffen

Treffen des „Landesnetzwerk Aktive Medienarbeit BW“

Experten fordern stärkere Zusammenarbeit von Schulen und Jugendarbeit

Jugendhäuser bieten neben Sport- und Freizeitangeboten verstärkt auch Medienarbeit an. Dabei unterstützt sie die Jugendstiftung Baden-Württemberg mit dem von der Initiative Kindermedienland geförderten Programm „Im Netz. Vor Ort. Bei dir. Mach mit!“. Die Teilnehmer des Programmes trafen sich neulich im Stuttgarter Hospitalhof zum Erfahrungsaustausch.

Beim Treffen des „Landesnetzwerk Aktive Medienarbeit BW“ waren am 11. Juli 2016 neben 18 Experten aus der Jugendarbeit auch die jeweiligen Leiter der Projektpartner eingeladen. Neben Wolfgang Antes, Geschäftsführer der Jugendstiftung, Philipp Franke, stellvertretender Leiter Referat 35 – Rundfunkpolitik und Medien im Staatsministerium BW, waren auch Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) sowie Thomas Rathgeb, Leiter der Abteilung „Medienkompetenz, Programm und Forschung“ bei der LFK, zu Gast. Thomas Langheinrich lobte in seiner Begrüßungsrede das Programm, bei dem mit mittlerweile 32 Projektpartnern vor Ort „ein Netzwerk von Medienaktiven entstanden ist, welches den Austausch zwischen Institutionen und Praktikern fördert“. Dieses Netzwerk soll auch in den kommenden Jahren ausgebaut werden, so Langheinrich.

Philipp Franke wollte von den Teilnehmern wissen, welche Verbesserungsvorschläge sie für die Förderung der Medienkompetenz im Land haben. Wolfgang Antes schlug vor, die außerschulischen Partner stärker in die Medienarbeit an der Schule einzubeziehen. Dafür würden rein formell bereits gute Bedingungen vorliegen. Lutz Adam, Geschäftsführer vom Stadtjugendring Reutlingen, berichtete aus der Praxis, dass so eine Zusammenarbeit meist schwierig vonstattengehe, da unterschiedliche Zielsetzungen vorlägen. Kathrin Fehrle, Kreisjugendreferentin in Tübingen, begründete das damit, dass die Zusammenarbeit zwischen außerschulischen und Schulträgern zu wenig formell verankert sei. Bislang sei sie stark von Einzelpersonen und deren Bemühungen abhängig. Dana Hoffmann vom Stadtjugendring Ulm forderte, dass bei Kooperationen die Schulen nicht nur Leistungen entgegennehmen sondern auch einbringen sollten.

Miriam Schmid, hauptverantwortlich für das Kindermedienland-Programm „Im Netz. Vor Ort. Bei dir. Mach mit!“ bei der Jugendstiftung, lobte die fruchtbare Arbeit des Kindermedienland-Programmes. Aktuell sind 34 MediaMobile im ländlichen Raum im Einsatz, mit welchen in den vergangen sechs Jahren über 450 Projekte durchgeführt wurden. Damit wurden mehr als 5000 Jugendliche erreicht. Seit 2014 wurden sechs medienpädagogische Seminare durchgeführt und dreizehn Jugend-Medien-Coaches ausgebildet.

Mehrere Partner der Jugendstiftung stellten Projekte vor, die mit dem MediaMobil des Programmes „Im Netz. Vor Ort. Bei dir. Mach mit!“ durchgeführt wurden:

  • Nico Bittner von der Jugendsozialarbeit Weil im Schönbuch erklärte, worum es sich bei einem Lipdub handelt. In einem Lipdub-Video bewegen die Darsteller ihre Lippen zu einem bekannten Radiohit, wobei das Video meist ohne Schnitte auskommt. Genauso ein Video wurde an der Schule Weil im Schönbuch aufgenommen. Durch die gemeinsame Produktion sollte bei den Schülerinnen und Schülern das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt werden und gleichzeitig die Medienkompetenz ganz praktisch gefördert werden.
  • Katrin Fehrle, Kreisjugendreferentin in Tübingen, erklärte, was alles zu einer gelingenden Medienarbeit dazugehört. Sie muss niederschwellig sein, einen Alltagsbezug haben, nah am Wohnort stattfinden und die Selbstbestimmung bzw. Verantwortung der Jugendlichen fördern. Man muss dazu nicht immer neue Projektgruppen in Leben rufen. Auch bereits bestehende Gruppen, wie etwa die „Teenie-Disco“ können durch die Medienarbeit erweitert werden. Aus eigener Erfahrung berichtete Katrin Fehrle, dass gute Resultate dann entstehen, wenn die Jugendlichen ihr eigenes Equipment z. B. das eigene Smartphone einsetzen dürfen.
  • Jana Ibscher, vom Jugendreferat Heitersheim, zeigte aus kommunaler Sicht die Arbeit mit dem MediaMobil. Beim Sommercamp-Programm lernten Mädchen, wie man Fotos macht. Nach einer kurzen theoretischen Einführung sollten die Mädchen eine eigene Geschichte entwickeln und die Fotos dazu aufnehmen. Die Teilnehmerinnen mussten am Schluss acht Fotos auswählen, die danach ausgedruckt wurden. Aus den Drucken wurde ein selbstgebasteltes Buch entwickelt. Das Jugendreferat Heitersheim führte 2014 und 2015 an mehreren Jugendhäusern die „Jugendmedienakademie in den Herbstferien“ durch. Jugendliche konnten 2014 an einer Tanzgruppe, einer Rap-Gruppe oder einer Film-Gruppe teilnehmen. 2015 wurden eine Schauspielgruppe, eine Film-Gruppe und eine Minecraft-Gruppe angeboten. Jana Ibscher berichtete, dass so viele Jugendliche an der Jugendmedienakademie teilnahmen, weil sie jeden Tag von einem Fahrdienst zum Anbot und wieder nach Hause gebracht wurden. Um den Jugendlichen für ihre Arbeit Wertschätzung zu vermitteln, bekamen sie zum Abschluss vom Landratsamt die „Goldene Schwarzwaldente“ sowie ein Zertifikat verliehen.

Im Rahmen der Initiative Kindermedienland sollen im Auftrag der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) medienpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden, bei denen Jugendliche unter fachlicher und pädagogischer Betreuung mit Medien arbeiten, und dadurch einen sinnvollen Umgang mit Medien erlernen. Die Jugendstiftung wird dabei mit der Umsetzung des Projektes „Im Netz. Vor Ort. Bei Dir. Mach mit!“ gefördert. Träger der außerschulischen Jugendbildung können sich einmal jährlich bei "Im Netz. Vor Ort. Bei dir. Mach mit!" bewerben. Das Programm hat vier Schwerpunkte: medienpädagogische Aktionen, Qualifizierung, Ausstattung und Netzwerkarbeit.

Kontakt

Miriam Schmid 
07042 / 83 17 23 
schmid@jugendstiftung.de

www.jugendstiftung.de